Persönliche Abschiednahme: den Verstorbenen noch einmal sehen
Die persönliche Abschiednahme ist der Moment, in dem Sie den Verstorbenen noch einmal sehen, bevor der Sarg geschlossen wird. Manche Familien wollen das unbedingt. Andere wollen es auf keinen Fall. Beides ist eine gültige Entscheidung, und wir werden Sie zu keiner der beiden überreden.
Was Sie erwartet, ehrlich gesagt
Ein toter Mensch sieht nicht aus wie ein schlafender. Die Haut ist anders, die Hände sind kühl, das Gesicht wirkt oft strenger als im Leben. Wer damit rechnet, erschrickt weniger. Wir sagen Ihnen vorher, in welchem Zustand der Verstorbene ist, besonders nach einem Unfall oder einer langen Krankheit. Wenn wir davon abraten, sagen wir Ihnen auch den Grund. Sie entscheiden trotzdem selbst.
Viele Menschen berichten uns danach, dass genau dieser Anblick geholfen hat. Nicht weil er schön war, sondern weil er echt war. Der Kopf begreift den Tod oft erst, wenn die Augen ihn gesehen haben.
Sie bestimmen den Rahmen
Sie können allein hineingehen oder zu zehnt. Sie können fünf Minuten bleiben oder zwei Stunden. Sie dürfen reden, weinen, schweigen, den Verstorbenen anfassen oder Abstand halten. Es gibt keinen Ablauf, den wir Ihnen vorgeben, und niemand steht daneben und beobachtet, ob Sie es richtig machen.
Stattfinden kann die Abschiednahme in unserem Abschiedsraum in der Asamstraße 16 oder bei Ihnen zu Hause. Zu Hause ist häufiger möglich, als die meisten annehmen, und für manche Familien ist es der richtigere Ort.
Was mitgegeben werden darf
Ein Brief, ein Foto, ein Kuscheltier, der Ehering, ein Zettel mit drei Zeilen darauf. Vieles davon darf mit in den Sarg, manches nicht, das hängt von der Bestattungsart ab. Fragen Sie einfach. Wir sagen Ihnen, was geht, und wenn etwas nicht geht, sagen wir warum, statt es kommentarlos zurückzugeben.
Wenn Kinder dabei sein wollen
Kinder verkraften erfahrungsgemäß mehr, als Erwachsene ihnen zutrauen, solange man ihnen vorher erklärt, was sie sehen werden. Was ihnen schadet, ist das Gefühl, ausgeschlossen worden zu sein. Wir bereiten Kinder auf Wunsch mit vor und sprechen mit ihnen in ganz normalen Worten. Wenn ein Kind im letzten Moment doch nicht hineinmöchte, geht es eben nicht hinein.
Ich habe früher öfter abgeraten, als es nötig gewesen wäre. Aus dem Reflex heraus, jemanden schützen zu wollen. Heute weiß ich, dass ich damit auch Menschen den letzten Blick genommen habe, den sie sich später gewünscht hätten. Deshalb sage ich inzwischen, was ich sehe, und überlasse dann Ihnen die Entscheidung. Sicher bin ich mir dabei nicht immer. Aber es ist Ihr Abschied, nicht meiner.
So kommen Sie zu einem Termin
Rufen Sie an unter 0841 97 53 23, Tag und Nacht. Ein Termin für die Abschiednahme lässt sich in der Regel kurzfristig einrichten, auch abends. Wenn Sie noch unentschlossen sind, kommen Sie erst einmal vorbei und schauen sich den Raum an. Sie müssen sich nicht am Telefon festlegen.
